Außenknöchelbruch (Distale Fibulafraktur)

Der Außenknöchelbruch (distale Fibulafraktur) ist ein häufiger Knochenbruch beim Menschen. Verletzungen am Sprunggelenk sind - neben Schäden am Knie - die häufigsten Sportverletzungen. Meist sind jedoch lediglich die Bänder des Sprunggelenks betroffen.

Die Ursache für einen Außenknöchelbruch ist ein Umknicken des Fußes. Im Alltag entpuppen sich oft ein unebener Boden, Treppenstufen oder Bordsteinkanten als Stolperfallen. Sportler knicken meist durch unkontrollierte Bewegungen oder beim Zusammenprall mit einem Gegner um. Besonders verletzungsträchtig sind Ballsportarten, vor allem Fußball, Tennis und Volleyball.

Während bei jungen Erwachsenen meist "nur" die Außenbänder reißen, kommt es bei Älteren oft zu einem Außenknöchelbruch, bei dem die untere Spitze des Wadenbeins (Fibula) abbricht. Selten ist das Ausmaß des Außenknöchelbruchs so groß, dass zusätzliche Knochen oder Knorpel in Mitleidenschaft gezogen sind. Begleitende Bänderrisse kommen hingegen bei Sprunggelenkfrakturen häufig vor.

Besonders gefährdet für einen Außenknöchelbruch sind Menschen, die Sportarten betreiben, bei denen es auf kurze Sprints und Stoppbewegungen ankommt. Dazu zählen zum Beispiel Fußball, Tennis und Volleyball. Auch bei Verkehrs- oder Arbeitsunfällen kommt es gelegentlich zum Bruch des Außenknöchels. Darüber hinaus können Alkohol und das Laufen auf rutschigen Flächen zu einem Unfall mit Außenknöchelbruch führen.

Das auffälligste Anzeichen für einen Außenknöchelbruch sind sofort einsetzende Schmerzen sowie eine massive Schwellung durch einen Bluterguss, der durch den Bruch entsteht. Der Betroffene kann meist nicht mehr auftreten.

Die Diagnose Außenknöchelbruch lässt sich durch eine Röntgenuntersuchung stellen. Zwei Röntgenbilder aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen den Verlauf des Bruchs.

Ein Außenknöchelbruch lässt sich abhängig von der Schwere und den Besonderheiten der Verletzung entweder operativ oder konservativ (das heißt ohne Operation) behandeln:

Ist der Knochen durch den Außenknöchelbruch nur leicht oder gar nicht verschoben, kann konservativ behandelt werden. Dazu gehören die Richtigstellung des Außenknöchels sowie die Ruhigstellung mit einem Stützverband.

Sind bei einem Außenknöchelbruch die Bruchenden stark gegeneinander verschoben, liegt ein offener Bruch vor oder sind zusätzlich Nerven oder Gefäße verletzt, wird in der Regel eine Operation vorgezogen. Dabei wird zunächst den Bruch eingerichtet und mit Schrauben und/oder Platte fixiert. Sie wird mit mehreren Schrauben an beiden Bruchstücken angebracht. Zusätzlich erhält der Patient entweder für etwa sechs Wochen einen Gipsverband, oder er darf in diesem Zeitraum nur mit einem Teil seines Körpergewichts auftreten.

Eine möglichst frühzeitig nach einem Außenknöchelbruch einsetzende leichte krankengymnastische Übungsbehandlung trainiert Muskulatur und Gangbild und unterstützt den Heilungsverlauf. Das betroffene Bein darf aber nur teilbelastet werden. Gehen ist deshalb zunächst nur mit Gehstützen erlaubt. Röntgenaufnahmen zeigen, wie die Knochenheilung während der Therapie verläuft. Wie stark das Bein nach einem Außenknöchelbruch belastet werden darf, ist vom individuellen Heilungsverlauf abhängig.

Bei einem unkomplizierten Verlauf eines Außenknöchelbruchs ist die Prognose in der Regel gut. Restbeschwerden wie Neigung zu Schwellungen, Taubheitsgefühle oder Wetterfühligkeit können über mehrere Monate bestehen bleiben, verschwinden dann aber meist vollständig. Je komplizierter der Bruch ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit langfristiger Gelenkschäden. Dauerfolgen wie eine bleibende Funktionsstörung des Gelenks oder chronische Schmerzen sind nach einem Außenknöchelbruch jedoch extrem selten.

Komplikationen im Anschluss an einen Außenknöchelbruch wie Störungen der Wundheilung, Infektionen oder Nachblutungen sind selten.

Richtiges Schuhwerk trägt entscheidend dazu bei, ein Umknicken des Fußes und somit einen möglichen Außenknöchelbruch zu verhindern. Schuhe mit einem hohen Schaft eignen sich besonders bei bestimmten Sportarten oder beim Wandern in unebenem Gelände. Koordinationsübungen und ein Reflextraining senken ebenfalls das Risiko für einen Außenknöchelbruch. Außerdem empfiehlt es sich, einen chronischen Bänderschaden am Sprunggelenk behandeln zu lassen.

Bei Übergewicht ist es ratsam, einige Kilos abzunehmen. Auch das verringert die Gefahr für einen Außenknöchelbruch durch Umknicken.