Kahnbeinbruch

Bei einem Kahnbeinbruch ist in der Regel das Kahnbein im Bereich der Handwurzel (Os scaphoideum) gemeint, in selteneren Fällen der gleichnamige Knochen an der Fußwurzel (Os naviculare).

Das Kahnbein unter den Handwurzelknochen verbindet das Handgelenk mit der Mittelhand und befindet sich zwischen der Speiche (Radius) und dem ersten Mittelhandknochen (Daumenstrahl). Der Kahnbeinbruch ist der häufigste Bruch im Bereich der Handwurzel.

Die typische Ursache für einen Kahnbeinbruch ist ein Sturz auf die ausgestreckte Hand, wenn sie in Richtung des Handrückens gebeugt wird (Hyperextensionstrauma). Der Bruch kann sich zum Beispiel ereignen, wenn man einen Sturz nach hinten mit den Händen abfangen will. Das Kahnbein wird dabei zwischen der Speiche und der zweiten Handwurzelreihe eingequetscht und zerbricht.

Ein Kahnbeinbruch verursacht Schmerzen und eine Schwellung. Außerdem ist die Stauchung des Daumens oder Zeigefingers sowie des Handgelenks schmerzhaft. Das schränkt die Beweglichkeit der Hand stark ein. Durch den Kahnbeinbruch ist darüber hinaus die Greifbewegung der Hand deutlich erschwert.

Röntgenaufnahmen sind bei der Diagnose eines Kahnbeinbruchs nicht immer zuverlässig. Auch mehrere Aufnahmen aus unterschiedlichen Richtungen schließen einen Bruch nicht immer sicher aus. Bei Verdacht auf einen Kahnbeinbruch und negativem Röntgenbefund hilft die Computertomografie (CT). Sie hilft auch bei der Entscheidung, ob der Kahnbeinbruch konservativ oder operativ therapiert wird.

Ein unverschobener, stabiler Kahnbeinbruch wird nach dem Abschwellen der betroffenen Region bis zu zwölf Wochen in einem speziellen Gips- beziehungsweise Kunststoffverband mit Daumeneinschluss ruhig gestellt.

Bei verschobenen beziehungsweise instabilen Kahnbeinbrüchen ist eine Operation erforderlich.

Regelmäßige Röntgen-Kontrollaufnahmen und körperliche Untersuchungen überwachen die Heilung des Kahnbeinbruchs. Wegen der Gefahr einer Durchblutungsstörung (Nekrose) im gebrochenen Knochen oder einer Fehlheilung (Pseudarthrose) sind eine konsequente Therapie und Kontrolle bei einem Kahnbeinbruch sehr wichtig.

Bei einem unkomplizierten Verlauf eines Kahnbeinbruchs ist die Prognose in der Regel sehr gut. Restbeschwerden wie eine Neigung zu Schwellungen, Taubheitsgefühle oder Wetterfühligkeit können manchmal über mehrere Monate bestehen bleiben, verschwinden aber meistens vollständig.