Kniescheibenbruch (Patella-Fraktur)

Die Kniescheibe (Patella) ist ein Teil des Streckapparats am Knie. Sie verhindert, dass die Sehne der Oberschenkel-Streckmuskulatur direkt auf dem Kniegelenk reibt. Die Kniescheibe gleitet auf einer entsprechenden Rinne des Oberschenkelknochens. Zu einem Kniescheibenbruch (Patella-Fraktur) kommt es gegebenenfalls etwa durch einen Unfall mit Sturz auf das Knie.

Die typische Ursache für einen Kniescheibenbruch (Patella-Fraktur) ist ein heftiger Sturz auf das gebeugte Knie. Durch die Gewalt des direkten Aufpralls zerbricht die Kniescheibe in zwei oder mehrere Fragmente.

Ein Kniescheibenbruch verursacht Schmerzen auf der Vorderseite des Kniegelenks. Typisch ist, dass der Unterschenkel nicht aktiv gestreckt beziehungsweise das Kniegelenk nicht gestreckt gehalten werden kann.

Der Arzt stellt die Diagnose anhand einer genauen Untersuchung des betroffenen Knies. Mithilfe einer Röntgenaufnahme weist er sicher nach, ob eine Patella-Fraktur vorliegt.

Die Therapie eines Kniescheibenbruchs hängt von der Art der Fraktur ab. Ist die Streckfähigkeit des Beins noch vorhanden und der Bruch nicht verschobenen, kann er ohne Operation in einer Schiene ausheilen. Das Bein darf einige Wochen lang nicht intensiv belastet werden, und die Beugefähigkeit ist eingeschränkt. Eine spezielle Ruhigstellung des Knies wird in der Regel vermieden, da sich dadurch leichter Blutgerinnsel in den großen Beingefäßen bilden können (Thrombose).

Ist ein größerer Teil der Kniescheibe abgesprengt oder verschoben, oder handelt es sich um einen offenen Bruch, muss der Kniescheibenbruch operiert werden, um die volle Belastbarkeit des Oberschenkels möglichst schnell wiederherzustellen. Bohrdrähte oder Schrauben halten die Bruchstücke fest. Eine spezielle Zug-Gurtung fängt die Zugkräfte auf (Cerclage).

Prinzipiell ist die Zug-Gurtung übungs- bis belastungsstabil. Dadurch kann die Physiotherapie zügig beginnen. Der Schwerpunkt liegt auf dem Training der Oberschenkelmuskulatur und des Gangs. Nachdem der Kniescheibenbruch ausgeheilt ist, ist es manchmal erforderlich, die Implantate in einer weiteren Operation zu entfernen.

Komplikationen wie Wundheilungsstörung, Infektion oder Nachblutung sind bei einem Kniescheibenbruch selten. Bleibt bei Trümmer- oder Querbrüchen trotz Operation eine Unregelmäßigkeit des Knorpels an der Rückseite der Kniescheibe bestehen, droht ein frühzeitiger Gelenkverschleiß (Arthrose) im Gleitlager der Kniescheibe.

In etwa 70 Prozent der Fälle ist die Prognose bei einem Kniescheibenbruch aber meist sehr gut und das betroffene Bein wieder uneingeschränkt einsatzfähig. Gelegentliche Restbeschwerden wie Schwellneigung, Taubheitsgefühle oder Wetterfühligkeit können über mehrere Monate bestehen bleiben, verschwinden dann aber in der Regel vollständig.