Oberarmfrakturen

Oberarmfrakturen sind häufig Frakturen des älteren Menschen. Sie entstehen durch Stürze auf den Ellbogen oder die ausgestreckte Hand durch axiale Krafteinwirkung auf die Schulter.

Der Oberarmknochen (Humerus) besitzt einen relativ großen Kopf, um der Schulter den großen Bewegungsspielraum zu ermöglichen. Direkt unterhalb des Kopfs ist der Knochen sehr weich und schmal. Hier kann der Oberarm bei äußerer Gewalteinwirkung besonders leicht brechen (subkapitale Humerus-Fraktur).

Sportler verletzen sich beim Fahrradfahren oder beim Motorradfahren aber auch ein Sturz beim Reiten oder beim Skifahren kann zu dieser Fraktur führen.

Ältere Menschen sind aufgrund ihrer zunehmenden Unsicherheit beim Gehen und der daraus resultierenden Stürze und einer eventuell zusätzlich vorliegenden Osteoporose ebenfalls oft von einem Bruch des Oberarmes betroffen.

Die Mehrzahl dieser Brüche ist nicht ins Gelenk auslaufend und wird, wenn nicht stark verschoben, konservativ durch Ruhigstellung behandelt.

Verschobene Frakturen und solche mit deutlicher Gelenkstufenbildung stellen eine Operationsnotwendigkeit dar, vor allem dann, wenn dadurch die Oberarmkopfdurchblutung gefährdet ist.  Der Vorteil der operativen Behandlung (Osteosynthese) ist nebst der möglichst anatomischen Reposition und Stabilisation die frühfunktionelle Nachbehandlung.

Bei einem unkomplizierten Oberarmbruch lässt sich eine Operation in vielen Fällen vermeiden. Sofern die Bruchstücke nicht gegeneinander verschoben sind, wird der Oberarm in der Regel mit einem speziellen Verband (Desault-oder Gilchrist-Verband) ruhig gestellt. Nur in seltenen Fällen werden auch verschobene Frakturen konservativ (ohne Operation) behandelt, zum Beispiel dann, wenn bei dem Patienten ein hohes OP-Risiko besteht. Hier wird der Arm nach Anlage der speziellen Verbände zusätzlich mit einem Gipsverband ruhig gestellt. Insbesondere bei Kindern kann ein Oberarmbruch oft konservativ behandelt werden, weil er sich spontan wieder gut ausrichtet.