Oberschenkelbruch (Femur-Fraktur)

Ein Oberschenkelbruch (Femur-Fraktur) entsteht, wenn starke Kräfte auf den Knochen einwirken, etwa bei einem Unfall.

Der Oberschenkelknochen (Femur) besteht aus einem langen Schaft und einem kurzen Hals, der auch die Kugel des Hüftgelenks trägt. Im Bereich des Schafts ist der Oberschenkelknochen sehr stabil. Der Oberschenkelbruch ist nicht zu verwechseln mit dem Oberschenkelhalsbruch, der vor allem bei älteren Menschen mit Osteoporose auftritt.

Ein Oberschenkelbruch (Femur-Fraktur) entsteht in der Regel nur, wenn starke Kräfte auf den Knochen einwirken. Verkehrsunfälle sind häufige Ursachen für Oberschenkelbrüche. In der Regel sind jüngere Menschen betroffen. Oberschenkelbrüche in der Nähe des Kniegelenks und Schenkelhals-Frakturen treten häufiger bei älteren Menschen auf. Die Entkalkung des Knochens (Osteoporose) spielt dabei eine große Rolle. Im Gegensatz zum Oberschenkelbruch tritt der Oberschenkelhalsbruch oft schon bei leichten Stürzen auf.

Ein Oberschenkelbruch (Femur-Fraktur) im Bereich des Schafts ist sehr schmerzhaft. Es kommt praktisch immer zu einer Fehlstellung. Das betroffene Bein kann nicht belastet werden und schwillt an. Sehr häufig entstehen offene Brüche, wenn die Haut durch Knochensplitter verletzt ist.

Als Sofortmaßnahme bei einem Oberschenkelbruch bleibt nur eine möglichst schmerzfreie Lagerung und eine behelfsmäßige Schienung.

 

Die Lokalisation der Schmerzen und die Fehlstellung sind ein deutlicher Hinweis auf einen Oberschenkelbruch (Femur-Fraktur). Röntgenaufnahmen sichern die Diagnose. Dabei muss besonders darauf geachtet werden, ob Blutgefäße und Nerven durch den Oberschenkelbruch in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Die Therapie eines Oberschenkelbruchs (Femur-Fraktur) besteht meist in einer Operation. Ein Oberschenkelbruch im Schaftbereich wird in vielen Fällen mit einer so genannten Marknagelung therapiert.

Zusätzlich kommen auch Platten und Schrauben zum Einsatz, um den Oberschenkelbruch zu stabilisieren. Bei kniegelenksnahen Brüchen ist dies die Methode der Wahl. Brüche des körpernahen Anteils werden mit speziellen Nägeln oder Platten versorgt.

 

Kinder

Bei Kindern bis zum Alter von drei Jahren lässt sich ein Oberschenkelbruch im Schaftbereich manchmal auch konservativ, das heißt ohne Operation behandeln. Dabei wird das Bein durch einen so genannten Becken-Bein-Gips für etwa vier Wochen ruhig gestellt.

 

Wann das Bein wieder belastet werden darf, hängt von der Art des Oberschenkelbruchs ab. Eine krankengymnastische Übungsbehandlung trainiert die Muskulatur und das Gangbild, eine geringe Teilbelastung ist möglich. Gehen darf der Patient aber zunächst nur mit Gehstützen.

Röntgenaufnahmen zeigen, wie gut die Knochenheilung verläuft (etwa drei Monate), entsprechend steigt auch die Belastbarkeit. Nach etwa zwei Jahren werden die Platten und Schrauben operativ entfernt.

 

Die Prognose bei einem Oberschenkelbruch (Femur-Fraktur) hängt von seiner Art und seinem Ausmaß ab. Zu den möglichen Komplikationen zählen Wundheilungsstörungen, Blutungen, Nachblutungen, Gefäß- oder Nervenverletzungen. Infektionen, vor allem der Markhöhle, sind aufgrund des langwierigen Verlaufs gefürchtet. Die Gefahr einer Infektion des Knochens oder der Markhöhle besteht insbesondere bei offenen Oberschenkelbrüchen. Ist die Haut dagegen intakt, sind Infektionen relativ selten.

Die Prognose bei einem Oberschenkelbruch ist im Falle eines unkomplizierten Verlaufs in der Regel gut, das betroffene Bein funktioniert wieder uneingeschränkt. Gelegentliche Restbeschwerden wie Schwellneigung, Taubheitsgefühle oder Wetterfühligkeit können über mehrere Monate bestehen bleiben. Sie verschwinden aber meist wieder vollständig.