Schlüsselbeinfrakturen

Das Schlüsselbein ist die einzige knöcherne Verbindung zwischen Thorax und Arm. Bei einem Bruch kommt es häufig zur Verschiebung und Verkürzung dieses Knochens, seltener auch zur Kompression des Gefäss-/Nervenbündels.

Besonders Kinder und Jugendliche brechen sich häufig das Schlüsselbein. Der Schlüsselbeinbruch ist aber einer der harmlosesten Knochenbrüche beim Menschen. Nach dem handgelenksnahen Bruch der Speiche (distale Radiusfraktur) ist diese Fraktur die zweithäufigste Bruchverletzung. Auch kann es während der Geburt zu einem Schlüsselbeinbruch des Neugeborenen kommen, wenn der kindliche Schultergürtel durch das Becken eingeengt wird. In diesem Fall heilt der Schlüsselbeinbruch meist ohne Komplikationen aus.

Anzeichen eines Bruches sind Schmerzen, eine Schwellung im Verlauf des Schlüsselbeins und die Unfähigkeit, den Arm zu benutzen. Im Vergleich zur anderen Körperseite ist die Kontur des Schlüsselbeins verändert.

Bei Kindern und Jugendlichen heilen diese Frakturen in der Mehrzahl der Fälle unter konservativer Behandlung aus, bei Erwachsenen kann es aber zu Fehlstellungen und auch zur verzögerten Heilung kommen, vor allem bei Frakturen im äusseren Drittel zur Schulter.

Eine frühzeitige Stabilisationsoperation hilft in diesen Fällen, solche Probleme zu vermeiden und mit frühfunktioneller Nachbehandlung die Gefahr einer Schultersteifigkeit zu minimieren.

Frakturen im Schultereckgelenk (AC-Gelenk) sind ähnlich zu behandeln wie Luxationen dieses Gelenkes: bei geringer Dislokation (Verschiebung) der Fragmente konservativ durch Ruhigstellung, bei stärkerer Dislokation hingegen operativ durch Reposition und Stabilisation.